Museum

Geschichte & Architektur

 

nitsch museum | Museumszentrum Mistelbach

 

Mit Johannes Kraus und Michael Lawugger (archipel architektur + kommunikation) konnte Gründungsdirektor Prof. Wolfgang Denk ein international renommiertes Architektenteam für den Museumsaufbau gewinnen. Bekannt wurden die Planer unter anderem mit den „Schwimmenden Gärten“ bei der internationalen Gartenausstellung Rostock 2003, städtebaulichen Projekten in Budapest, Berlin, Karlsruhe sowie dem Konzertkristall für die Wiener Sängerknaben im Augarten.

 

Architektonisches Konzept: „Ort der Kontemplation“

Konzeptuell konzentrierte sich die Planung auf die Lange Halle mit Seitenhalle, die Große Halle und die Schmiede im Zentrum der Anlage. Die Lange Halle und die Große Halle waren dünnwendige Ziegelbauten mit breiten Fensterbändern und einem Filigran-Stahlwerk zur Stützung des Daches, Raumklimatisch warden die Hallen für museale Zwecke zunächst völlig ungeeignet, raumatmosphärisch jedoch sehr ansprechend: ein monumentaler, archaischer, sakraler Ausdruck lag den Hallen inne.

 

In Zusammenarbeit mit dem Budendesdenkmalamt konnte das Gebäudeensemble und speziell die Filigran-Stahlkonstruktion der Langen Halle unter Schutz gestellt werden. Inspiriert vom Werk Hermann Nitschs und der Klarheit der vorgegebenen Bausubstanz, transformierten die beiden Architekten durch gekonntes Wegnehmen und Hinzufügen das ehemalige Heger-Fabriksensemble zu einer klosterhaften Museumsanlage.

 

Aufgrund der Abgeschlossenheit und der neuen Nutzung des Areals in Verbindung mit der Arbeit von Hermann Nitsch lag die Assoziation der Freiräume und Gebäudeteile mit der Idee einer Klosteranlage nahe. Grundlage bildete der streng geometrische Idealplan eines Klosters von St. Gallen. Inngeralb der umschließenden Hülle entstehen Gebäude und Freibereiche, die Assoziationen wie Langhalle, Kathedrale, Seitenschiff, Claustrum, Krypta und einer zentralen Piazza zulassen.

 

Architektonisch wurde ein räumlicher Spannungsbogen aufgebaut zwischen unterirdischen „Erdräumen“ der Krypta und Licht durchfluteten ´schwerelosen´ Ausstellungsebenen. Das Wechselspiel zwischen großen und kleinen, niedrigen, langen und hohen, offenen und geschlossenen Innen- und Außenräumen ist Konzept und Teil einer Dramaturgie, die prozessorientiert ist.

 

Die Architektur stellt den Anspruch, des Gesamtkunstwerk Hermann Nitschs zu unterstützen, tritt aber mit einer Zurückhaltung archaischen Sprache in den Hintergrund, öffnet die Räume für Ruhe, Entfaltung, Konzentration, Inszenierung, Aktion und für eine allumfassende ästhetische Erfahrung.