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HERMANN NISCH - BAYREUTH WALKÜRE

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Einführung / Kurzbeschreibung

Neue Ausstellung ab 10.10.2021

HERMANN NITSCH

BAYREUTH WALKÜRE

10.10.2021 - 4.9.2022

Hermann Nitsch wurde von den Bayreuther Festspielen eingeladen, im Sommer 2021 eine konzertante Version von Richard Wagners „Die Walküre“ szenisch zu begleiten. Zu diesem Zweck hat der Künstler für jeden der drei Akte eine umfangreiche Malaktion konzipiert. Ein großer Teil der dabei entstandenen Werke wird im nitsch museum im Zuge der Ausstellung „Hermann Nitsch – BAYREUTH Walküre“ ab 10. Oktober 2021 erstmals zu sehen sein.

Im Zentrum von Nitschs Gesamtkunstwerk steht das Orgien Mysterien Theater, in das alle Bestrebungen des Künstlers münden. Alles, was Nitsch erschafft, denkt, schreibt, malt, zeichnet, inszeniert oder komponiert dient der Weiterentwicklung dieser Grundidee. Es geht um Gegenwärtigkeit, Unmittelbarkeit, Intensität, Abreaktion und Katharsis. Für das Orgien Mysterien Theater hat Nitsch den gängigen Theaterbegriff erweitert. Die Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum ist aufgehoben, wodurch jeder Anwesende zum Spielteilnehmer wird, der die Geschehnisse unmittelbar und mit allen fünf Sinnen erfahren kann. Mit dem Konzept des Orgien Mysterien Theaters und den von vielen als radikal empfundenen Aktionen revolutionierte Hermann Nitsch den Theaterbegriff des 20. Jahrhunderts.

Die darstellenden Künste übten schon seit seiner Jugend eine große Faszination auf Hermann Nitsch aus. Aus diesem Grunde realisiert er nicht nur seine eigenen  Aktionen, sondern folgt auch immer wieder dem Ruf namhafter Opern- und Theaterhäuser und wirkt an Fremdinszenierungen mit. Unter anderem war er 1995 für szenische Konzeption, Bühnenbild und Ausstattung von Jules Massenets „Hérodiade“ an der Wiener Staatsoper verantwortlich. 2011 inszenierte er „Saint Francois d‘Assise“ von Olivier Messiaen an der Bayerischen Staatsoper. Auch eine Beteiligung Nitschs an der Inszenierung des „Parsifal“ von Richard Wagner an der Wiener Staatsoper war 1998 im Gespräch, kam jedoch nicht zustande. Umso höher ist der Stellenwert der Einladung aus Bayreuth für den Künstler, der ein großer Verehrer von Wagners Werk ist. „wagner hat mich mein ganzes leben fasziniert. wegen dieser wunderbaren, schwelgerischen, sinnlichen musik, die den klang über die melodie hinaus zum blühen bringt. die kunst war schon in ihren ersten auftrittsformen mit dem kult, der religion und dem gesamtkunstwerk verbunden. und wagner ist der freileger des gesamtkunstwerks. er hat es zum aufleuchten gebracht.“ (Hermann Nitsch)

Alle drei Akte der „Walküre“ werden von einer in sich geschlossenen Malaktion begleitet, bei der die Partitur mithilfe von zehn Malassistenten Szene für Szene in leuchtende Farben transformiert wird. Dabei werden pro Aufführung bis zu 1000 Liter Farbe verschüttet. Bei dieser Inszenierung in Bayreuth verschmelzen zwei Giganten des Gesamtkunstwerkes.  „es ist nicht so, dass ich eine inzenierung aufbaue, die der walküre entspricht, sondern ich führe eine malaktion durch, die wohl indirekt mit der farbenprächtigen, breit ausladenden musik von richard wagner zu tun hat. die liebe zu wagners musik hat mich immer berauscht. die malvorgänge sollen wie musik sein. klänge werden zu farben und die partitur von wagner lockt mich in die auswahl meiner farben.“

Die daraus entstandenen Boden- und Wandschüttbilder stellen die Basis für eine disziplinenübergreifende Gesamtinstallation dar, die ab Oktober 2021 in der Ausstellungshalle in Mistelbach zu sehen ist. Zudem zeigt die Ausstellung den gesamten Originalmitschnitt der Generalprobe aus Bayreuth, dessen Rechte in Österreich bei Hermann Nitsch liegen. Die raumübergreifende Installation im nitsch museum versteht sich als Vorbote auf das 6-Tage-Spiel in Prinzendorf, welches im Juli 2022 stattfinden wird.

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