© Hans Niederbacher

ich wollte kirchenmaler werden“, sagte Hermann Nitsch. Das Sakrale bildet den Kern seines Orgien Mysterien Theaters. Seit 1957 verstand er religiöse Rituale als sinnliche Verdichtungen existenzieller Erfahrung. Liturgische Farben, Kreuze und Monstranzen sind in seinem Werk keine Zitate, sondern Ausdruck eines radikalen künstlerischen Anspruchs: Leben in all seinen Extremen erfahrbar zu machen.

Die Ausstellung fokussiert die sakrale Motivsprache Nitschs seit den frühen 1970er-Jahren. „Sakral“ bedeutet dabei die Summe der gesamten Seinserfahrung. Malereien, Landschaftsaufnahmen, Videos und Klang verdichten sich zu einem atmosphärischen Erfahrungsraum, in dem Zeitlichkeit, Natur und Intensität zentral erfahrbar werden. Die Natur des Weinviertels wird zum Resonanzraum des Werks.

Die visuelle und klangliche Dramaturgie durch die Ausstellung wird durch den Farbverlauf der liturgischen Farben – rot, orange, gelb, weiß, schwarz, grün und violett – bestimmt. Zwei Kapellenräume – ein Raum der Stille und ein Raum der Landschaft mit vier von Nitsch selbst mit der Handkamera aufgenommenen Videos – vervollständigen die Ausstellung. Ergänzt wird die Schau durch Bildgedichte von Heinz Cibulka.

Im 6-Tage-Spiel, dem umfassendsten Projekt des Orgien Mysterien Theaters, beginnt jede Phase „von sonnenaufgang an“ – die Natur bestimmt den Rhythmus. Die Ausstellung zeigt das Orgien Mysterien Theater als visionären Versuch, existenzielle Tiefe neu erfahrbar zu machen.

Die Ausstellung zeigt selten präsentierte Arbeiten, darunter Nitschs selbst aufgenommene Landschaftsvideos, und lädt dazu ein, das Orgien Mysterien Theater nicht als Provokation, sondern als visionären Versuch zu verstehen, die existenzielle Tiefe des Lebens neu erfahrbar zu machen.

Die Ausstellung entstand in Kooperation mit dem Wiener Aktionismus Museum.
Kuratorin:
Julia Moebus-Puck M.A.,
Direktorin der Sammlungen im Wiener Aktionismus Museum

    Der Katalog zur Ausstellung "Hermann Nitsch. von sonnenaufgang" ist um € 24,90 im Webshop oder an der Museumskassa erhältlich.

    • Da JavaScript dekativiert ist, werden einige Inhalte nicht geladen.
    • Da dein Browser nicht supportet wird, werden einige Inhalte nicht geladen.
    • Auf Grund von zu geringer Bandbreite werden einige Inhalte nicht geladen.
    • Auf Grund von zu schwacher Hardware werden einige Inhalte nicht geladen.