Liturgische Intervention
mit Pater Friedhelm Mennekes SJ
Jesuitenpater Friedhelm Mennekes SJ hat Hermann Nitsch über viele Jahre hinweg begleitet und auch sein Begräbnis zelebriert. Mennekes, Gründer der legendären Kunst-Station Sankt Peter in Köln, realisierte bereits in den 1990er-Jahren eine prägende Aktion Nitschs in seiner Kirche und zählt zu den profiliertesten Vermittlern zwischen zeitgenössischer Kunst und christlicher Liturgie.
Diese Veranstaltung ist keine Messe im traditionellen Sinn, sondern ein sichtbarmachendes Ritual: ein konzentriertes, zeitgenössisches Offenlegen jener liturgischen Formen, Symboliken und geistigen Gesten, die für Nitschs Denken und für sein Orgien Mysterien Theater von zentraler Bedeutung waren.
Mennekes lässt in dieser Intervention erfahrbar werden, wie christliche Ritualstrukturen, sakrale Zeichen und die Sprache des Kultischen in Nitschs Werk transformiert, erweitert und in einen künstlerischen Erfahrungsraum überführt werden.
Die Besucher:innen erhalten damit einen seltenen, tiefgehenden Einblick in die spirituellen und rituellen Wurzeln von Nitschs Œuvre – in einer Form, die weder liturgische Praxis reproduziert noch Kunst illustriert, sondern beide Ebenen in einen neuen Dialog bringt.